Puppe, die zwischen Steinen eingeklemmt ist

Hypochondrie (Krankheitsangst)

Was ist eine Hypochondrie?

Ängste davor, an einer ernsthaften Krankheit erkrankt zu sein sind alltäglich, gewöhnlich und unter Umständen lebenserhaltend. Schließlich kann es durchaus sinnvoll sein, Symptome abklären zu lassen. Vermutlich haben die meisten Menschen in ihrem Leben irgendwann einmal den Gedanken, sie könnten an einer schlimmen Krankheit erkrankt sein. Diese Gedanken verschwinden meist von allein oder nach Rückversicherung durch ausbleibende Befunde. Kernsymptom der Hypochondrie ist die übermäßige Angst, eine ernsthafte Krankheit zu haben. Doch wann ist die Angst übermäßig und erzeugt mehr Leid als sie nützt?

Wann wird die Angst vor Krankheiten pathologisch?

Die Ängste beruhen auf körperlichen Empfindungen, die vom Betroffenen als ungewöhnlich eingeschätzt werden. Wenn keine organische Erkrankung als Ursache für diese Empfindungen gefunden wurde, gehen wir davon aus, dass die Betroffenen ihre körperlichen Empfindungen als Krankheitszeichen missinterpretieren.

Folgender Prozess läuft üblicherweise ab: Der Aufmerksamkeitsfokus verschiebt sich auf die Körperbereiche, wo die Betroffenen ungewöhnliche Empfindungen wahrnehmen. Dadurch nehmen wir die Empfindungen in diesen Körperbereichen noch stärker wahr. Wandern Sie doch einmal mit Ihrer Aufmerksamkeit zu Ihrem linken großen Zeh und versuchen Sie zu fühlen, an welchen Stellen Ihr Zeh die Sohle oder den danebenliegenden Zeh berührt. Die körperlichen Empfindungen werden als ernste Krankheitszeichen bewertet und die Wahrscheinlichkeit, schwer erkrankt zu sein, deutlich überschätzt.

Womit werden die Betroffenen (unberechtigterweise) konfrontiert?

  • „Die sind doch nur eingebildete Kranke“ – Krankheitsängste beziehen sich auf reale körperliche Empfindungen. Sie sind also nicht eingebildet. Die Empfindungen werden nur zu stark interpretiert.
  • „Die wünschen sich doch, krank zu sein“ – Menschen mit Krankheitsängsten wünschen sich fortwährend Gesundheitsbestätigungen
  • „Die wollen doch nur Aufmerksamkeit“ – Viele Betroffene berichten von ausgeprägter Scham bzgl. ihrer Krankheitsängste und teilen diese nur mit wenigen Personen

Was sind die Daten und Fakten zu Krankheitsängsten?

Es zeigt sich ein eher ausgeglichenes Geschlechterverhältnis (leicht erhöhte Prävalenz bei Frauen). Insgesamt ist die Hypochondrie ein eher seltenes Krankheitsbild (0,05 % in der 12-Monats-Prävalenz). Intensive, subklinische Krankheitssorgen werden häufiger beobachtet (2,12 %). Das Erkrankungsalter beträgt im Mittel ca. 27 Jahre – es sind also häufig eher jüngere Menschen betroffen.

Verlauf und Prognose der Hypochondrie?

Wie für die meisten Erkrankungen gilt auch hier: Je kürzer die Dauer der Erkrankung und desto weniger komorbide (weitere) psychische Erkrankungen, desto besser ist die Prognose der Behandlung.

 

TM

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