Welpe

Tiergestützte Therapie in der Psychotherapie

Gibt es Therapie mit Tieren?

Ja, das wird schon lange gemacht. Beispielsweise wird Reittherapie bei der Behandlung von Traumata eingesetzt. Sehr bekannt ist der Einsatz von Delfinen bei Autismusspektrumsstörungen. Am weitesten verbreitet und am besten erforscht ist der Einsatz von Hunden bei Depressionen sowie in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen und in Altenheimen zur Aktivierung bei Demenz. Weiterhin gibt es Forschung zu Hühnern, Kaninchen/Hasen, Meerschweinchen, Eseln, Kühen, Ziegen und Schnecken. Diese Ansätze stecken eher noch in den Kinderschuhen.

Was ist tiergestützte Therapie?

Häufig aufkommende Fragen in diesem Kontext sind: Heilt das Tier die Patientinnen und Patienten? Kann ein Hund den Therapeuten oder die Therapeutin ersetzen? Ein Tier kann keine ambulante Verhaltenstherapie ersetzen. Wir wissen, dass Tiere den therapeutischen Prozess unterstützen und somit positiv beeinflussen können. Zum Beispiel werden Hunde bei besonders ängstlichen Kindern als Eisbrecher eingesetzt. Für Kinder sind Hunde Sicherheitsanker, die den allgemeinen Stress mindern. Selbstsicherheit und Selbstvertrauen können durch Hunde gesteigert werden und sie können zur Förderung des Sozialverhaltens dienen. Pferde und Schafe werden eigesetzt, wenn Probleme in der Nähe- und Distanzregulation bestehen. Bei Herdentieren gilt, dass Gruppenzugehörigkeit und Verbundenheit erlebt und der achtsame Umgang mit der Umwelt gefördert wird. Ziegen können zur Steigerung der Frustrationstoleranz eingesetzt werden.

Wie wirkt Psychotherapie mit Tieren?

Neurobiologisch: Bei Hunden ist gut erforscht, dass das Streicheln Stressreaktionen abpuffert. Beim Streicheln wird die Ausschüttung des Hormons Oxytocin (auch bekannt als Kuschel- oder Bindungshormon) angeregt, welches eine antidepressive Wirkung hat und auch Ängste mindert. Allein die Anwesenheit eines Hundes bewirkt schon die Ausschüttung des Hormons. Das Hormon wird übrigens auch beim Hund ausgeschüttet, weshalb gesagt werden kann, dass beide (Mensch und Hund) sich wohler und glücklicher fühlen.

Sozial: Die Interaktion mit Tieren kann als Übung für menschliche Interaktionen angesehen werden. Psychotherapie mit Tieren führt zu einer Verbesserung sozialer Interaktionen („sozialer Katalysator-Effekt“), Reduktion von Aggressionen und fördert Vertrauen.

Psychologisch: Es gibt Hinweise, dass tiergestützte Therapie Empathie, Motivation, Konzentration, Angst, Schmerzempfinden und Depressivität positiv beeinflusst.

Fazit: Psychotherapie mit Tieren ist zunehmend verbreitet und kann vor allem bei Depressionen eingesetzt werden. Leider lässt die Datenlage in wissenschaftlichen Studien aktuell noch eher zu wünschen übrig. Es gibt Hinweise darauf, dass es ein Jahr nach abgeschlossener Therapie zu weniger Rückfällen bei Depressionen kommt, wenn die Verhaltenstherapie mit einem Hund durchgeführt wurde. Es bleiben dennoch einige Hürden zu beachten: Das Tierwohl muss gewährleistet sein (artgerechte Haltung und Training). Zudem eignet sich nicht jeder Hund zum Therapiehund, die Ausbildung ist sehr zeitintensiv und kostspielig. Auch sollten Hunde nicht mehr als drei Stunden pro Woche arbeiten.

TM

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